Wasserverbrauch beim Aquarium

Beitrag kommentieren | Beitrag verfasst 21. Januar 2007

Ein Aquarium verursacht Kosten. Neben den Stromkosten und dem persönlichen Aufwand des Aquarianers sind das die Kosten für das verwendete Wasser, Fische, Pflanzen, Futter und die Herstellungskosten für das Aquarium selber.
Die Fische kosten Geld und rauben zudem noch den letzten Nerv, wenn sie ein neu angebotenes Futter nicht gleich - wie gewünscht - gierig verschlingen, sondern erst skeptisch dran kosten.
Was kostet die Welt? Keine Ahnung, wer will das schon wissen. Was kostet ein Lächeln? Nur ein wenig Überwindung.

Jedenfalls - um bei der Materie zu bleiben - das Aquariumwasser ist ebenfalls nicht kostenlos. Lustigerweise wandelt sich das Lebensmittel Trinkwasser gleich nach nach seiner Verwendung als Aquariumwasser zu Abwasser um, was bei den tatsächlichen Verhältnissen in den meisten Aquarium durchaus entspricht.

Ein Glas Wasser getrunken, und man bekommt die Abrechnung später für mehrere Liter, die bei der Entsorgung des einen Gläschens in der Toilette aufgewendet wurden. Dafür wird in den meisten Fällen ebenfalls Trinkwasser verwendet.
Würde man eine Rechnung aufstellen, könnte das so aussehen:

0,25 l Trinkwasser + 10 l Spülwasser = 10,25 l Abwasser

Aus Trinkwasser wird Abwasser, das vom Wasserwerk verrechnet wird. Das Trinkwasser selber ist gratis! Mich erinnert das an diesen Spruch: Wenn du einem Chinesen Öl verkaufen möchtest, dann schenke ihm eine Öllampe!
Soviel dazu in aller Kürze. Ein Betrugsversuch an dem örtlichen Wasserversorger könnte so aussehen: Man genehmigt sich ein Glas Wasser, wartet, bis die Natur ihr Recht fordert und entsorgt das Abwasser im Garten hinter dem Rosenbusch.
Preisfrage: Muss das Glas Wasser nun als Abwasser entsorgt werden?
Antwort: Ja.

Auch wenn das Wasser nicht den Weg in die öffentliche Kanalisation fand, so wurde daraus dennoch Abwasser, das es zu bezahlen gilt. Schließlich würde der Wasserversorger doch um einiges an Gebühren umfallen, wenn der wasserverbrauchene Mensch mit seinem hohen Wasseranteil in den Zellen das Trinkwasser einfach nur über die Haut verdunstet. Schwitzende Mitbürger decken ihren Flüssigkeitsbedarf eben auch nicht nur aus der Flasche, sondern auch mit Leitungswasser, und wenn der Durststiller über die Haut verdunstet, ist dafür eine Abwassergebühr zu entrichten.
Abhilfe: mit offenem Mund im Regen stehen, bis sich der Rachen füllt, oder den Durst schnäbelnd bei einem öffentlichen Gewässer stillen. Vögel machen das auch so. Das ist gratis und vollkommen umsonst.

Es hilft auch nicht, das Aquarium leerzutrinken, und das Wechselwasser sprinkelnd im Garten zu verteilen. Das Wasserwerk hat da vorgesorgt, indem die verwendete Menge Trinkwasser mit der anfallenden Menge Abwasser gleichgesetzt wird.

In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift P.M. vom Februar 2007 wird angeführt, wieviel Liter Wasser für selbstverständliche Dinge aufgewendet werden müssen. Man kennt dergleichen Aufzählungen bereits - sie sind immer angetan, das schlechte Gewissen im Menschen zu wecken und umweltschützerische Gedanken kurz aufflackern zu lassen. Der Unterschied bei der erwähnten Zusammenstellung: Es geht um Dinge des Alltags, die man erst auf den zweiten Blick mit einem hohen Wasserverbrauch bei deren Herstellung in Verbindung bringt.

Ein T-Shirt zum Beispiel benötigt zu seiner Herstellung 2.000 Liter Wasser. Ein Kilo Rindfleisch als Steak, und 14 Tonnen Wasser sind verbraucht - Rinder saufen einfach zu viel Wasser! Erwähnt wird nicht, wieviel Regenwasser in Form von Gras gefressen wird, aber das ist auch nicht die Intention des Textes. Man darf ein wenig verwundert sein, vielleicht schockiert, im Optimalfall amusieren die Zeilen.

Für mich als leidenschaftlichen Kaffeetrinker und Aquarianer kommt es noch dicker: Eine Tasse Kaffee, liest man, verbrauche 140 Liter Wasser.
Wie bitte? Kann doch nicht wahr sein?
Scheint so, als würde die Reinigung der Kaffeebohnen in fließendem Wasser diesen Aufwand erzeugen. Man ist bedrückt und fragt sich, ob man nun auch auf seinen Frühstückskaffee verzichten soll, damit das Wasser nicht reinigend über Kaffeebohnen fließen muss, sondern ungenützt und jungfräulich den Salzgehalt in einem der Meere verdünnen darf.

Man tröstet sich, dass das verbohnte Wasser bei diesem Vorgang nicht verbraucht wird, sondern seinem nächsten Verwendungszweck zugeführt wird - von Abwasser kann keine Rede sein, aus alt wird neu, und das nächste Wasserwerk kassiert für das gebrauchte Wasser Abwassergebühr. Nur das heimische Wasserwerk verrechnet für die Tasse Kaffee exakt die Menge, die zum Anrichten des Getränks verwendet wird. Mir solls recht sein, dafür gibt man gerne Geld aus. Bleibt noch die Frage zu klären, warum das Wasserwerk der Meinung ist, dass meine Tasse Kaffee als Abwasser zu verrechnen ist!
So schlecht ist mein Kaffee nämlich gar nicht!

Außerdem trinke ich den Kaffee zuhause, und die Notdurft wird an der Arbeitsstätte verrichtet und das Kaffeeabwasser dort entsorgt. Das Spülwasser dafür zahlt zum Beispiel der Arbeitgeber, der also maßgeblich daran beteiligt ist, meine getrunkene Tasse Kaffee zu entsorgen.
Das ist auch gut so - man kann ja nicht alles gegeneinander aufrechnen.

Was hat das T-Shirt, das 'vom Anbau der Baumwolle bis zum Versand 2000 Liter Wasser verschlingt', mit meinem Aquarium zu tun? Nichts. Als Zukunftshemdträger kann ich bald auf T-Shirts verzichten. Um den Boden nicht zu verlieren rechne ich mir erst gar nicht aus, wieviel Wasser meine Baumwollunterhosen verschlingen. Das geht zu weit!
Mein Aquarium fasst 375 Liter Wasser. Die Fische schwimmen in einem Lebensraum, der für die Herstellung von drei Tassen Filterkaffee verbraucht wird. Auf diese drei Tassen Kaffee kann man doch getrost verzichten? Kann man sicher. Ein Aquarium ist als Stromverbraucher ein Highlight in jeder Jahresabrechnung, keine Frage. Nur als Wasserverbraucher fällt das Aquarium nicht ins Gewicht. Selbst der regelmäßige 1/3 Teilwasserwechsel mit 130 Litern alle zwei Wochen ist weniger, als eine Tasse Kaffee zu seiner Herstellung benötigt.
Und jetzt ist der Kaffee auch endlich fertig. Ich lasse ihn mir schmecken und verschiebe - wie man das als Aquarianer gerne tut - dafür den nächsten Teilwasserwechsel auf nächste Woche.

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